Wachsreinigung von Negativität
**Die Welt der feinstofflichen Energien, die an der Grenze zwischen Realität und Metaphysik schwingt, hat die Menschheit seit jeher fasziniert.** Begegnungen mit Negativität, dem bösen Blick, Flüchen und anderen zerstörerischen Energien sind seit langem Teil des Volksglaubens. Unter den vielen Methoden, um solchen Einflüssen zu begegnen, gilt das **Wachsausgießen zur Reinigung von Negativität** als eine der kraftvollsten und ehrwürdigsten Praktiken. Diese seit Jahrhunderten überlieferte Technik wird bis heute sowohl in der ländlichen Volksmagie als auch in esoterischen Kreisen weltweit angewendet.
**Kapitel 1: Der historische Weg des Wachsausgießens**
**1.1 Die Ursprünge der Praxis**
Das Ausgießen von Wachs zur Reinigung ist eine uralte Praxis. Archäologische Funde belegen, dass Wachs bereits im alten Ägypten in rituellen Handlungen verwendet wurde. Dort formte man Figuren aus Wachs, die bestimmte Kräfte symbolisierten. Diese wurden verbrannt, geschmolzen oder ins Wasser getaucht – um Krankheiten zu zerstören, Geister zu vertreiben und Menschen energetisch zu reinigen.
Auch im alten Russland nutzte man Wachs schon vor der Christianisierung zu magischen Zwecken. Slawische Schamanen und Heiler glaubten, dass Wachs eine Verbindung zwischen den Welten darstellt: Es nimmt Energien auf und kann sie gereinigt wieder abgeben.
**1.2 Christliche Tradition und Volksmagie**
Mit dem Einzug des Christentums wurden magische Praktiken offiziell verfolgt. Doch **Volksmagie**, tief verwurzelt in der Kultur, überlebte im Verborgenen. So entstand ein doppelter Ritus: Gebete wurden mit orthodoxen Texten gesprochen, doch der rituelle Kern blieb heidnisch. Dieses Phänomen nennt man **Zweiglauben (двуверие)**.
Besonders beliebt wurden geweihte Kirchenkerzen, da ihr Wachs als besonders kraftvoll galt. Die Reinigung mit solchem Wachs galt als besonders wirkungsvoll.
**Kapitel 2: Wesen von Negativität und Flüchen**
**2.1 Was ist Negativität?**
Energetisch gesehen ist Negativität eine zerstörerische Kraft, die das innere Gleichgewicht stört und Körper und Psyche schwächt. Sie kann sein:
* **Absichtlich** – durch einen Fluch oder böse Absichten;
* **Unabsichtlich** – z. B. durch Neid, Angst oder Wut (böser Blick);
* **Angesammelt** – durch Stress, Konflikte oder Depression.
**2.2 Fluch – gezielte negative Einwirkung**
Ein **Fluch** ist eine absichtliche energetische Attacke. Sie kann durch Rituale, persönliche Gegenstände oder Körpermaterial (z. B. Haare) ausgelöst werden. Anzeichen eines Fluchs:
* Plötzliche Krankheit ohne medizinischen Grund;
* Misserfolge in Liebe, Beruf, Finanzen;
* Ängste, Albträume, Schlafstörungen;
* Gefühl innerer Leere oder Sinnverlust.
**2.3 Der böse Blick – unbewusste Negativität**
Der **böse Blick** entsteht meist ungewollt. Oft geschieht es durch ungeschützte Bewunderung, z. B.: „Was für ein schönes Kind!“ ohne ein Schutzwort wie „Gott segne es“. Menschen mit starker Energie können unbewusst Schaden zufügen.
**Kapitel 3: Wie das Wachsausgießen funktioniert**
**3.1 Warum Wachs?**
Wachs ist ein lebendiges Material – von Bienen erschaffen, trägt es natürliche Lebensenergie. Seine Eigenschaften:
* **Speicherkraft** – es hält emotionale und energetische Informationen;
* **Formbarkeit** – es offenbart das Verborgene;
* **Verwandelbarkeit** – es verändert sich unter Hitze leicht.
Deshalb ist Wachs ideal zur Aufnahme und Reinigung negativer Energien.
**3.2 Ablauf des Rituals**
1. Wachs schmelzen;
2. In kaltes Wasser über dem Kopf der Person gießen;
3. Die entstandenen Formen lesen – sie spiegeln die Negativität;
4. So oft wiederholen, bis die Formen glatt und ruhig werden.
**Kapitel 4: Praktische Anwendung**
**4.1 Vorbereitung**
* Naturwachs (am besten Kirchenkerzen);
* Metalllöffel oder feuerfeste Schale;
* Schüssel mit kaltem Wasser (wenn möglich geweiht);
* Schutzkerze;
* Gebete oder Zauberformeln.
Ritualzeit: möglichst bei zunehmendem oder Vollmond, allein und konzentriert.
**4.2 Schritt-für-Schritt**
1. Schutzkerze anzünden, geistige Hilfe erbitten;
2. Wachs schmelzen;
3. Wachs in Wasser kreisförmig gießen, dabei beten oder sprechen;
4. Vorgang 3, 7 oder 9 Mal wiederholen;
5. Wasser unter Baum oder in fließendes Gewässer gießen, Wachs vergraben.
**4.3 Formen interpretieren**
* **Spitzen, Nadeln** – Fluch oder Aggression;
* **Blasen, Wirbel** – innere Angst oder Chaos;
* **Gesichter, Masken** – Fremdeinflüsse oder spirituelle Wesen;
* **Löcher im Zentrum** – beschädigte Aura oder Energieverlust.
**4.4 Schwierige Fälle**
Alte Flüche erfordern meist **drei Sitzungen an drei Tagen**, bis alle negativen Formen verschwinden.
Auch Reinigung möglich für:
* Kinder (sanft, kurz);
* Tiere (über Foto oder Ferne);
* Häuser (in Ecken gießen, Raum reinigen).
**4.5 Schutz für Praktizierende**
* Immer unter geistigem Schutz arbeiten (Kreuz, Gebet, Amulett);
* Nach dem Ritual Hände und Gesicht mit Salz waschen;
* Niemals benutztes Wachs oder Wasser aufbewahren;
* Bei Erschöpfung Hilfe bei Kollegen suchen.
**Kapitel 5: Arbeit auf Distanz**
Wenn die zu reinigende Person nicht anwesend ist, ist **Fernreinigung mit Foto** möglich (Name, Geburtsdatum notwendig).
**5.1 Ablauf**
1. Foto auf weißes Tuch legen;
2. Schutzkerze anzünden;
3. Um Hilfe der geistigen Kräfte bitten;
4. Ritual wie gewohnt durchführen;
5. Wachs über dem Foto ins Wasser gießen, dabei beten;
6. Formen deuten;
7. Zum Schluss danken, Kerze vollständig abbrennen lassen.
Solche Rituale erfordern starke Konzentration, Reinheit und Erfahrung.
**Kapitel 6: Verstärkte Rituale**
In schwierigen Fällen kommen **verstärkte Rituale** zum Einsatz.
**6.1 Dreifaches Ausgießen**
Drei Ausgießungen hintereinander mit kurzen Pausen – bei starken Flüchen (z. B. mit Puppen, Fotos, Friedhofserde).
**6.2 Arbeit mit Elementen**
Wachs gießen in:
* **Feuer** – bei Wut, Zorn, Hass;
* **Fließendes Wasser** – bei Trauer, Schuld;
* **Erde** – bei Ahnenflüchen;
* **Meer- oder Steinsalz** – bei Energieverlust.
**6.3 Wachsfiguren**
Eine Figur aus Wachs wird geformt (Repräsentation der Person). Drei Tage lang wird sie gereinigt und anschließend verbrannt oder an einer Wegkreuzung begraben.
**Kapitel 7: Schutz durch Engel und Ikonen**
Gebete zu **Erzengeln**:
* Michael – Schutz, Lichtschwert;
* Raphael – Heilung;
* Gabriel – Verbindung zum Göttlichen.
Geeignete Ikonen:
* „Nicht von Menschenhand gemachtes Bild“;
* „Schutzmantel der Gottesmutter“;
* „Nikolaus der Wundertäter“.
Gebete vor dem Ritual:
* Psalm 91 (Psalm 90 in slawischer Zählung);
* Vaterunser;
* „Wer im Schutz des Höchsten wohnt …“
Diese ersetzen Sprüche, wenn die Person orthodox ist.
**Kapitel 8: Fälle aus der Praxis**
**8.1 Plötzliche Apathie**
Frau fühlte sich leer, gereizt, Beziehungskrisen. Erstes Ausgießen: Nadeln, Haken. Nach der vierten Sitzung: ruhige Formen. Aussage: „Als ob eine Last von mir gefallen ist.“
**8.2 Kind mit Angstzuständen**
4-jähriger Junge hatte jede Nacht Panik. Familie stabil. Wachs zeigte Masken, Fratzen. Nach 7 Sitzungen keine Angst mehr.
**8.3 Fluch durch Foto**
Junge Frau nach Trennung gesundheitlich am Ende. Wachs zeigte Dornen, Gesicht. Der Ex hatte ihr Foto zu einer Hexe gebracht. 9-tägige Reinigung mit Feuer- und Wasserelementen erfolgreich.
**Kapitel 9: Beobachtungen aus der Praxis**
**9.1 Energetische Intuition**
Mit Erfahrung wächst das Gespür. Man fühlt oft schon vor dem Ritual die Schwere. Oder: Das Wachs bleibt ruhig – Zeichen für „innere Leere“.
**9.2 Innere Reinheit**
Der Praktiker ist ein Kanal. Ohne geistige Klarheit kein Erfolg. Jedes Ritual ist auch Selbstreinigung.
**9.3 Energie des Wassers**
Wasser ist entscheidend: am besten Quellwasser, Schnee oder Weihwasser. Es trägt Informationen, reflektiert und leitet Energien.
**Wachsausgießen zur Reinigung von Negativität** ist mehr als ein Volksritual – es ist eine Kunst des Fühlens, Lesens und Verstehens subtiler Kräfte. Es ist ein spiritueller Weg, ein Dienst am Nächsten und eine Rückverbindung zum Göttlichen.
Diese Arbeit verlangt Achtung, reine Absicht und ein offenes Herz. Wer mit Liebe daran geht, kann Kräfte entdecken, die tief verborgen lagen.